WINNIE-THE-POOH  —  A personal Story  

BOTTOM
 — A personal Story (1) —



Was um alles in der Welt, so werden sich manche fragen, hat es mit meiner Begeisterung für Winnie-the-Pooh denn nun eigentlich auf sich? — Ich möchte Licht ins Dunkel bringen und beginne damit hier und jetzt:
   Williams-Jugendheft 1947
Eines Tages, ich war wohl etwa 14 oder 15 Jahre alt, bekam ich die erste deutsche Nachkriegsausgabe von "Pu der Bär" in die Hände, die einst meiner Mutter gehörte: ein aufgrund damals fehlender Materialien einfachst produziertes "Williams-Jugendheft" vom August 1947 (Williams&Co.Verlag, Berlin). — Die Original-Größe des Heftes entspricht dem Format von 22×30,3 cm!

Die Geschichte mit ihren hübschen Zeichnungen, die mir wie aus einer anderen Welt schienen, begeisterte mich derart, daß ich im Jahre 1976 sogar anstrebte, neue eigene Abenteuer von "Ferkl" (Pooh's kleinem Freund) zu erzählen — und zwar in Comic-Form. Abgesehen von einigen Ansätzen (siehe eine der wenigen erhaltenen Abbildungen) ist das Projekt aber wieder eingeschlafen.

 »FERKL«, meine Zeichnung von 1976 1978 bereiste ich erstmals England und Schottland und kaufte mir "Winnie-the-Pooh" als Originalausgabe in Taschenbuchform. 1982 bei meiner dritten Reise folgten "The House at Pooh Corner" sowie eine antiquarische Ausgabe von "Now we are Six" (Cheap Edition, 1942). In Edinburgh besuchte ich schließlich eine Aufführung von Peter Dennis' "Bother – an Hour with Pooh or more...bother!", in welcher der bekannte Schauspieler die Pooh-Geschichten mit den entsprechenden Stimmen der Figuren vortrug. Fantastisch!

   Zwei 50er-Jahre-Poohs ...
Maus drüber !
Es erscheinen abwechselnd zwei 50er-Jahre-Poohs.
 
Einen Abstecher zu den Originalschauplätzen der Pooh-Geschichten in Sussex machte ich damals leider nicht. Auch ein Besuch bei Christopher Milne in seinem "Harbour Bookshop" in Dartmouth kam mir nicht in den Sinn — ich bereue das bis heute!

Erst Anfang Januar 1996 lebte das Interesse wieder auf, als ich mich daran machte, die nun 14 und 18 Jahre alten Taschenbücher aus England zu restaurieren — englischer Buchleim hält nicht lange, wie ich feststellte: er lässt das Buch nach wenigen Jahren in der Bindung auseinanderbrechen...!

Es tauchte nun die Frage auf, welche anderen Originalausgaben es wohl noch antiquarisch geben möge? Und was würden die heute kosten? Ich begann Kontakt aufzunehmen mit englischen Antiquariaten — mit Erfolg: bis heute besitze ich von A. A. Milne's Kinderbüchern folgende Auswahl:

   raquo; ... So I think I ' ll be Six now for ever and ever. « 30 englische,
25 deutsche,
1 DDR,
1 hessische,
2 schweizer,
3 holländische,
5 amerikanische,
1 kanadische,
1 tschechische,
1 ungarische,
1 polnische,
2 russische,
2 lateinische und
1 Ausgabe in Esperanto!


 
Hinzu kommen viele Sekundärmaterialien wie z. B. sämtliche Autobiographien von A. A. Milne, Christopher Milne und E. H. Shepard u.v.a.m.
   »When We Were rather Older«

Und die Begeisterung hält weiter an — noch habe ich nicht "alles" in meiner Sammlung!

Eine interessante Errungenschaft ist z. B. die Erstausgabe von "When We Were rather Older" von Fairfax Downey aus dem Jahr 1926 (Minton, Balch & Company, New York), eine Parodie auf A. A. Milne's erstes erfolgreiches Kinderbuch, mit Zeichnungen von Jefferson Machamer. Herrlich!

Die Erstausgabe vom März 1926, die ich seit dem 8.2.1999 besitze, ist sogar mit persönlicher Widmung versehen und signiert vom Zeichner Jefferson Machamer.

Oder einer meiner jüngeren Zugänge zur Sammlung, die einzige lizenzierte russische Ausgabe: "Vinni-Pukh i vse-vse-vse" ("Winnie-the-Pooh and All-All-All"). Herausgegeben und gedruckt bei Dutton, New York 1967.
   »Vinni-Pukh i vse-vse-vse«
Übersetzer ist Boris Zakhoder. Verwendet werden neben einer eigenständigen Titelillustration auch völlig neue, aber von E. H. Shepard inspirierte Textzeichnungen und -tafeln der beiden Künstler B. Diodorov und G. Kalinovskiy. Der Geist des Originals bleibt dabei aber auf wundersame Weise erhalten ...

(Übrigens: während meiner Reisen nach Südengland im August 1999 sowie im August 2007 habe ich natürlich eine ganze Reihe weiterer Bücher erstanden — paradiesische Zustände für Buchliebhaber !)

Die Beschäftigung mit den Biographien von Vater und Sohn Milne ließen eine weitere Frage auftauchen: was macht Christopher R. Milne heute? Wie steht er heute, 40 Jahre nach dem Tod seines Vaters, zu dessen literarischen Werken?
Als ich mich Mitte April 1996 mit dem Gedanken trug, ihm wenigstens mal zu schreiben und diese Fragen zu stellen, stoppte das Schicksal dieses Vorhaben abrupt: am 20. April 1996 starb Christopher R. Milne in seiner Heimat in Devon / Südengland — aus und vorbei.

Ich war traurig und deprimiert. Jedoch, meine Kontakte zu englischen Antiquariaten entschädigten mich noch im selben Jahr: ich erstand eine gebundene Ausgabe von Christopher R. Milne's Autobiographie "The Enchanted Places" (1974) mit einer Original-Widmung! — Im Jahre 1999 kam dann eine Ausgabe von "The Path through the Trees" (1979) hinzu, die ebenfalls vom Autor signiert ist. Und da alle guten Dinge drei sind, erstand ich schließlich im Februar 2008 noch die PENGUIN-Taschenbuch-Ausgabe von "The Enchanted Places" (1977). Alle drei Bücher hat Christopher Milne in seinem "Harbour Bookshop" in Dartmouth signiert.

Epilog: Paula T. Connolly umriss ziemlich genau in ihrer wissenschaftlichen Arbeit über "Winnie-the-Pooh" ("Recovering Arcadia", Twayne Publishers Inc., New York 1994), um was es schlußendlich eigentlich geht: die Hoffnung zu hegen, man möge eines fernen Tages doch noch Arkadien, diesen Schauplatz glückseligen, idyllischen Landlebens für sich persönlich erreichen — in welcher Form auch immer!

 
   »WINNIE-THE-POOH« — Originalausgabe von 1926

Pu der Bär feiert seinen
80.Geburtstag:
Am 14.Oktober 1926 erschien in England A. A. Milne's zweites Kinderbuch bei Methuen & Co. Ltd., London, welches zweifellos das schönste der Welt ist: "Winnie-the-Pooh".
35.000 Stück zählte allein die Startauflage. Bis zum Jahre 1968 wurden 959.000 gebundene Ausgaben und 600.000 Paperbacks verkauft. Die Verkaufszahlen nach 80 Jahren gehen weltweit in die Millionen.

Die Original-Ausgaben von "Winnie-the-Pooh" aus den 20er Jahren sind heute immer noch zu bekommen, werden aber teuer gehandelt: zwischen 2.000 und 5.000 Euro liegen inzwischen die Preise für eine gut erhaltene Erstausgabe mit Schutzumschlag. Ist das Buch zudem noch von A.A.Milne und E.H.Shepard signiert, kann es leicht an die 13.000 Euro und mehr kosten ...

Die internationale Verbreitung der Pooh-Bücher ist groß. Hier einige von Pooh's Namen in der jeweiligen Landessprache:

     »Für meine 80 Jahre bin ich noch recht munter!«
WINNIE-THE-POOH  England u. Amerika
PU DER BÄR  Deutschland
WINNIE L'OURSON  Frankreich
WINNIE DE POEH  Holland
NALLE PUH  Finnland u. Schweden
OLE BRUMM  Norwegen
PETER PLYS  Dänemark
NALLE PUHIN  Island
KUBUS PUCHATEK  Polen
MICIMACKO  Ungarn
MEDVIDEK PU  Tschechien

 

 Pooh + Piglet walking to Arcadia ...
"Pooh and Piglet walking to Arcadia ..."


© 1999 – 2008 by Achim Schmidtke (Text, Design und Zeichnung "Ferkl")
  TOP